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Archive for the ‘Seeseite’ Category

Fischerteppich war gestern, heute ist alles Wurst. Das Kölner Büro für Gestaltung namens Flachbild hat den passenden Teppich parat – den Wurstteppich. Laut Internetpräsenz ist die „reizvolle Fusion von Wurst und Teppich“ eine „Interpretation deutscher Gemütlichkeit“. Na wie auch immer, der Wurstteppich ist nicht nur eine sprachliche Kombination von Teppich mit Wurst, sondern sieht auch so aus. Und weil jedem Kunden eine andere Sorte völlig Wurst ist, gibt es gleich vier davon. Die erste Kollektion besteht aus den Sorten Salami, Bierschinken, Mortadella und Blutwurst. Ebenso wie die berühmten Fischerteppiche bestehen Teppichwürste aus 100% Schurwolle, werden jedoch im Gegensatz dazu nicht auf dem Webstuhl geknüpft, sondern im Tuftverfahren individuell hergestellt. Alles weitere, wie Abbildungen oder so, kann man der Homepage entnehmen.

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Im Weblog Lichtbilder vom Darß findet sich ein schönes Foto von der Teppichknüpferin Helga Grabow bei der Arbeit. Die rüstige Dame gehört zu den letzten Knüpferinnen, die die Tradition der Freester Fischerteppiche weiterführen. Interessierte Menschen können sie beim Teppichknüpfen in der Heimatstube Freest besuchen und beobachten.

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Fischergang in Stralsund

Vorsicht: In Stralsund gibt es eine Fischergang.


Der Vollständigkeit halber sei diese Pressenotiz nachgereicht: Das Nautineum auf dem Kleinen Dänholm in Stralsund besitzt seit Juli 2010 einen eigenen Fischerteppich. Das in 70 Stunden aus 27.594 Knoten handgefertigte Textil wurde dem Museum von der Gemeinnützigen Regionalgesellschaft Usedom-Peene mbH in Mölschow auf der Insel Usedom überreicht. Es handelt sich hierbei um ein von einer Wellenkante umrandetes Muster mit Ankerkreuzen und Fischen.

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Ein Pommerscher Teppich der völlig anderen Art. Aufgrund der lang anhaltenden Hitzewelle blühen in Achterwasser, Peenestrom und anderen Ostseerandgewässern die Blaualgen. Die tägliche Sonneneinstrahlung führte zu hohen Wassertemperaturen von bis zu 28 Grad Celsius im Achterwasser, was das Wachstum der Einzeller begünstigt, die übrigens nicht zur Gruppe der Pflanzen gehören.

Weil sich ein bis zu ein Meter breiter Algenteppich am Ufersaum gebildet hatte, stellten die Behörden an den Badestellen von Usedom Stadt, Quilitz, Balm und Pudagla Warnschilder auf (Quelle hier). Die Usedomer Ostseeküste ist dem Gesundheitsamt zufolge frei von Blaualgen.

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Der Usedomspotter hat sich mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko beschäftigt und im Internet ein Tool ausgemacht, mit dem man die bisher ausgetretene Ölmenge ganz gut veranschaulichen kann. Dies geschieht, indem der Ölteppich vor der eigenen Haustür ausgebreitet wird. Natürlich nur theoretisch und virtuell, dank Google-Maps: www.ifitwasmyhome.com.

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Stolzer Fang: zwei Jesusfische (Ichthys)

Hin und wieder wartet ein guter Fang im Internetz. Die beiden Aufnahmen wurden leider nicht von mir herausgefischt, sie wurden mir von Fiete Fischer zugespielt, der sie ebenfalls über Umwege im Netz erbeutet hat.

Diese extrem seltenen Fotos zeigen Teppichfischer bei ihrer harten Arbeit auf Hoher See. Die Fotos stammen noch aus einer Zeit, als die Fischer Ostvorpommerns allmorgendlich mit ihren Kuttern aufs offene Meer hinausfuhren, um Ostseeteppiche zu fangen. Bestimmt wird jetzt der ein oder andere Leser die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und diesen heftig schütteln. Richtig, Ostseeteppiche werden natürlich nicht gefangen sondern gemacht.

Hierzu angeln die Teppichfischer nach speziellen Plattfischen (Pleuronectiformes), die entgrätet und gleichmäßig platt geklopft weiterverarbeitet werden. Im Anschluss werden sie zum Trocknen aufgehängt (aufgeknüpft), wobei sie nach allen vier Seiten unter Spannung stehen, um eine gleichmäßig viereckige Form zu gewährleisten. Dieser Vorgang ist gemeinhin als Teppichknüpfen bekannt.

Je kapitaler der gefangene Plattfisch, desto größer auch der Fischerteppich. Doch in den vergangenen Jahren sind die Bestände in der Ostsee dramatisch zurückgegangen. Vorbei die Zeit der prächtigen Bodenteppiche, bei denen locker Größen von 2 x 3 Metern erreicht wurden. Die heutzutage verbliebenen Plattfische mit ihren Ausmaßen von maximal 40 x 40 Zentimetern taugen nur noch als Sitzteppiche oder Fußmatten.

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Die Art des gefangenen Fisches entscheidet wesentlich über das Motiv des Fischerteppichs. Für die Region charakteristische Muster ergeben sich durch die Verwendung von Zackenbarschen (Epinephelinae). Blaupunktbuntbarsch (Aequidens pulcher) und Dreipunkt-Flunder (Samariscus triocellatus) ermöglichen gepunktete Teppiche, Streifenbannerfische (Hemigymnus fasciatus) und Zweistreifenkärpflinge (Skiffia bilineata) gestreifte. Beliebt sind auch Kreuzflecksalmler (Hemigrammus tridens) oder Kreuzstreifen-Schokoladengurami (Sphaerichthys selatanensis). Für einen ausgefallenen Flickenteppich bietet sich u.a. der Große Fetzenfisch (Phycodurus eques) an.

Auf den hier verwendeten Bildern sind übrigens kleine Jesusfische (Ichthys) zu sehen, die vor allem als Altarteppiche im Ostseeraum begehrt und typisch sind. Weitere religiöse Motive liefern Gotteslachse (Lampris guttatus) und Kreuzwelse (Sciades seemanni).

Vom Aussterben der Fischarten sind leider auch die Fischer- respektive Ostseeteppiche akut bedroht. Nur noch wenige dieser handgefischten Bodentextilien gelangen heutzutage in den Handel oder werden zu horrenden Preisen an obskure Teppichperser verhökert. Stolze Teppichfischer, wie auf diesen Fotos, werden wohl bald der Vergangenheit angehören. So ist die Teppichfischerei in der Ostsee ein weiteres Beispiel dafür, wie der schnelle Profit Krisenphänomene heraufbeschwört. Die Krise heißt Kapitalismus und die Krise heißt Mensch. Mensch, ändere dich!

Fotos (2): Holler di Hoppel

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Auf ein Neues, ja?

Bildunterschrift steht schon oben: Lassaner grüßt den Rest der Welt!

Liebe Teppichfischer, Sommerpommern, Usedominikaner und Freestland-Leser, vielen Dank für die Treue in den zurückliegenden Jahren. Seit Juni 2008 sind über 60 Pommersche Fischerteppiche erschienen und es warten noch einige im digitalen Fotoarchiv, so dass der Bedarf für das kommende Jahr gesichert ist.

Ich wünsche mir für die Zukunft ein erwachendes Interesse an heimatlichen Traditionen und Besonderheiten wie Mundarten, Redewendungen und Küchenrezepten, wobei gelten soll die Glut weiterzutragen, nicht die Asche. Einen guten Start ins neue Jahr, wir lesen uns wieder in 2010.

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