Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Bäckerei & Konditorei’

Eingang zum Notke-Museum?

Eingang zum Fischerteppich- oder Notke-Museum?

Im Mittelalter waren Künstler noch namenlose Gesellen. Wer kennt schon die Maler, Bildhauer und Baumeister der Kirchen und Döme? Erst zum Ende des Mittelalters treten die ersten bekannten Meister in die kollektive Wahrnehmung, was neben der Entdeckung Amerikas (1492) und der Reformation (1531) ein Anzeichen für den Anbruch einer neuen Zeit war. Zu den bekanntesten Bildhauern des ausgehenden Mittelalters gehören im deutschsprachigen Raum Tilman Riemenschneider (1460-1531), Veit Stoß (1448-1533), Johannes Brüggemann (1480-1540) und Bernt Notke (1430/40-1509).

Bernt Notke wurde um 1435 in Lassan geboren, vor 500 Jahren ist er in Lübeck gestorben. Seine bekanntesten Arbeiten sind der Lübecker Totentanz, das Triumphkreuz und der Johannesaltar der Schonenfahrer in Lübeck, die Sankt-Georgs-Gruppe in der Storkyrkan zu Stockholm und der Hochaltar im dänischen Århus. Notke galt seinerzeit als bedeutendster Künstler des Ostseeraumes. Mich würde ja mal brennend interessieren, wie die Lassaner

1. Bernt Notkes 500. Gedenktag begehen und
2. wie sie damit Touristen in den Ort locken?
(mehr …)

Read Full Post »

„…und wenn wir uns rühmen, in einem Land zu leben, in dem sozialer Friede herrscht, so haben die Genossenschaften daran einen wichtigen Anteil.“
(Karl Carstens, Bundespräsident 1979-84)

Schulze-Delitzsch

Schulze-Delitzsch

Wer in der Lassaner Gartenstraße wohnt oder im Schützenhof und nachts das Fenster öffnet, kann es bei günstigen Windverhältnissen schnuppern: frisch gebackenes Brot. Die Bäckerei & Konditorei e.G. Lassan hat ihren Sitz in der Gartenstraße 9. Im Februar 2009 feiert die Bäcker-Genossenschaft ihren 50. Geburtstag. TUSCH!!!

Auch die Pommerschen Fischerteppiche wurden seit ihrer Entstehung bis ins Jahr 1992 genossenschaftlich gefertigt. Anfangs war die Genossenschaft eine eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung und trug den Namen Pommersche Fischer-Teppich-Heimknüpferei eGmbH. Bis 1935 hatte sie in Greifswald am Markt 10 ihren Hauptsitz. Nach dem Verbot durch die Nationalsozialisten und den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde die Genossenschaft 1953 als PGH Volkskunst an der Ostsee neu gegründet. Die Handwerkliche Produktionsgenossenschaft war eine der ersten in der jungen DDR.

Das Prinzip der Genossenschaften ist in Deutschland und Europa (z.B. in Bologna, Italien) weit verbreitet. Seinen Anhängern gilt es als Modell des Dritten Weges; die übrigen Wege heißen Sozialismus und Kapitalismus (derzeit wird dieser mit dem Euphemismus „Marktwirtschaft“ verharmlost). Aktuell, da der globale Kapitalismus sich in einer selbst verschuldeten Krise befindet, wird wieder vermehrt über den Dritten Weg nachgedacht. Da Genossenschaften vom wirtschaftlichen und sozialen Engagement ihrer Genossenschaftsmitglieder abhängig sind, gelten sie vielen als unterstützenswerte Alternative und darüber hinaus als Schule der Demokratie. Da ist kein abstrakter Vorstand oder Big Boss, der die Ziele vorgibt, nach der Rendite schielt und sich die Taschen vollhaut.

Zu den Gründervätern des deutschen Genossenschaftswesens gehört – neben Friedrich Wilhelm Raiffeisen – der vor 200 Jahren geborene Hermann Schulze-Delitzsch. Der junge Berliner Schaltzeit-Verlag ehrt den Begründer der Volksbank und engagierten Armenanwalt mit der Neuherausgabe ausgewählter Schriften und Reden. Mit der Lektüre versteht man erst, warum es in Deutschland zur Gründung der Genossenschaften und „Vorschussvereine als Volksbanken“ (1855) gekommen ist. Das Buch versammelt seine wichtigsten Schriften, liefert eine Kurzbiografie, einen Nachruf („Unser Schulze ist nicht mehr!“) und einige prägnante Zitate von und über Hermann Schulze-Delitzsch. Wirklich lesenwert!

Hermann Schulze wurde am 29. August 1808 geboren, dem Jahr, in dem die Stahlfeder mit Spalt erfunden wurde und Goethe den ersten Teil seines “Faust” veröffentlichte, den er allerdings noch mit dem Gänsekiel hatte schreiben müssen. Zur Unterscheidung von seinen zahllosen Namensvettern wählte sich Hermann Schulze den Namen seiner Geburtsstadt Delitzsch als Zusatz. Die Volks- und Raiffeisenbanken erinnern auch heute noch unmittelbar an die beiden Genossenschaftsgründer Schulze-Delitzsch und Raiffeisen.
~
Marvin Brendel: Hermann Schulze-Delitzsch: Ausgewählte Schriften und Reden des Gründervaters der Genossenschaften. Berlin: 2008, €15,80 -> Hier kaufen!

– siehe auch hier: Geschichtspuls

Read Full Post »