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Posts Tagged ‘Lassan’

„…und wenn wir uns rühmen, in einem Land zu leben, in dem sozialer Friede herrscht, so haben die Genossenschaften daran einen wichtigen Anteil.“
(Karl Carstens, Bundespräsident 1979-84)

Schulze-Delitzsch

Schulze-Delitzsch

Wer in der Lassaner Gartenstraße wohnt oder im Schützenhof und nachts das Fenster öffnet, kann es bei günstigen Windverhältnissen schnuppern: frisch gebackenes Brot. Die Bäckerei & Konditorei e.G. Lassan hat ihren Sitz in der Gartenstraße 9. Im Februar 2009 feiert die Bäcker-Genossenschaft ihren 50. Geburtstag. TUSCH!!!

Auch die Pommerschen Fischerteppiche wurden seit ihrer Entstehung bis ins Jahr 1992 genossenschaftlich gefertigt. Anfangs war die Genossenschaft eine eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung und trug den Namen Pommersche Fischer-Teppich-Heimknüpferei eGmbH. Bis 1935 hatte sie in Greifswald am Markt 10 ihren Hauptsitz. Nach dem Verbot durch die Nationalsozialisten und den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde die Genossenschaft 1953 als PGH Volkskunst an der Ostsee neu gegründet. Die Handwerkliche Produktionsgenossenschaft war eine der ersten in der jungen DDR.

Das Prinzip der Genossenschaften ist in Deutschland und Europa (z.B. in Bologna, Italien) weit verbreitet. Seinen Anhängern gilt es als Modell des Dritten Weges; die übrigen Wege heißen Sozialismus und Kapitalismus (derzeit wird dieser mit dem Euphemismus „Marktwirtschaft“ verharmlost). Aktuell, da der globale Kapitalismus sich in einer selbst verschuldeten Krise befindet, wird wieder vermehrt über den Dritten Weg nachgedacht. Da Genossenschaften vom wirtschaftlichen und sozialen Engagement ihrer Genossenschaftsmitglieder abhängig sind, gelten sie vielen als unterstützenswerte Alternative und darüber hinaus als Schule der Demokratie. Da ist kein abstrakter Vorstand oder Big Boss, der die Ziele vorgibt, nach der Rendite schielt und sich die Taschen vollhaut.

Zu den Gründervätern des deutschen Genossenschaftswesens gehört – neben Friedrich Wilhelm Raiffeisen – der vor 200 Jahren geborene Hermann Schulze-Delitzsch. Der junge Berliner Schaltzeit-Verlag ehrt den Begründer der Volksbank und engagierten Armenanwalt mit der Neuherausgabe ausgewählter Schriften und Reden. Mit der Lektüre versteht man erst, warum es in Deutschland zur Gründung der Genossenschaften und „Vorschussvereine als Volksbanken“ (1855) gekommen ist. Das Buch versammelt seine wichtigsten Schriften, liefert eine Kurzbiografie, einen Nachruf („Unser Schulze ist nicht mehr!“) und einige prägnante Zitate von und über Hermann Schulze-Delitzsch. Wirklich lesenwert!

Hermann Schulze wurde am 29. August 1808 geboren, dem Jahr, in dem die Stahlfeder mit Spalt erfunden wurde und Goethe den ersten Teil seines “Faust” veröffentlichte, den er allerdings noch mit dem Gänsekiel hatte schreiben müssen. Zur Unterscheidung von seinen zahllosen Namensvettern wählte sich Hermann Schulze den Namen seiner Geburtsstadt Delitzsch als Zusatz. Die Volks- und Raiffeisenbanken erinnern auch heute noch unmittelbar an die beiden Genossenschaftsgründer Schulze-Delitzsch und Raiffeisen.
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Marvin Brendel: Hermann Schulze-Delitzsch: Ausgewählte Schriften und Reden des Gründervaters der Genossenschaften. Berlin: 2008, €15,80 -> Hier kaufen!

– siehe auch hier: Geschichtspuls

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Steinfisch und Doppelanker

Besitz: Angelika Mengelkamp
Anfertigung: Angelika Mengelkamp
Jahr: nach 2000
Maße:

Dieser modern gestaltete Fischerteppich mit einem klitzekleinen Webfehler gefällt mir außerordentlich gut. Er zeigt ganz gut, wie Pommersche Ostseeteppiche mit der Zeit gehen können, ohne ihren Motivschatz zu verleugnen. Durch eine klare Gliederung und wenige, aber stark kontrastierende Farben. Fischerhütte goes Bauhaus!

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Vierfische und Ankerkreuze

Besitz: Angelika Mengelkamp
Anfertigung: Angelika Mengelkamp
Jahr: nach 2000
Maße:

Was hier auf den ersten Blick wie ein Verkehrsgarten bzw. ein Kinderteppich mit blauen Straßen und grünen Verkehrsinseln aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein typisch maritimes Ornament der Ostseeteppiche. Die Irritation in der Wahrnehmung ist der ungewöhnlichen Farbgebung geschuldet. Die Vierfische sind hier blau mit grünen Köpfen, die schwarzen Ankerkreuze, die die übrige Fläche des Teppichspiegels ausfüllen, umrahmen ein grünes Farbfeld, das wie eine Rasenfläche von oben wirkt.

Dieser Fischerteppich wurde ebenso wie die vorangegangenen (ab Nr. 13) von Angelika Mengelkamp aus Lassan entworfen und geknüpft, die Wolle dazu stammt von eigenen Schafen und wurde auch selbst versponnen. Ein rundherum vorpommersches Handarbeitsprodukt!

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Vierfische und Ankerkreuze

Besitz: Angelika Mengelkamp
Anfertigung: Angelika Mengelkamp
Jahr: nach 2000
Maße:

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Lubminer Stranddisteln mit zackiger Wellenkante

Besitz: Angelika Mengelkamp
Anfertigung: Angelika Mengelkamp
Jahr: nach 2000
Maße:

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Dreifische mit Runenzeichen und sanfter Wellenkante

Besitz: Angelika Mengelkamp
Anfertigung: Angelika Mengelkamp
Jahr: nach 2000
Maße:

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Hab ich Dich bis hier geleitet,
Wanke nicht an meiner Hand,
Sieh, der Teppich ist gebreitet,
Und es grüßt das Uferland.

(Friederike Kempner)
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Hansekogge mit Steinfischen und Wellenkante

Besitz: Angelika Mengelkamp
Anfertigung: Angelika Mengelkamp
Jahr: nach 2000
Maße: ca. 40 x 40 cm

Die Hansekogge ist eine häufig verwendete Darstellung auf Fischerteppichen, vor allem auf Wand- und Sitzteppichen, da diese Varianten ein Bildmotiv zulassen. Weiter verbreitet sind sich wiederholende ornamentale Motive, da diese dem Charakter eines Teppichs eher entgegenkommen. Nichtsdestoweniger werden Koggeteppiche mit Sicherheit öfter in dieser Teppichgalerie auftauchen.

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Spinnrad und Knüpfstuhl mit Lubminer Stranddistel

Besitz: Museum Lassaner Mühle
Anfertigung:
Jahr:
Maße:

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Montage: Holler di Hoppel, Dresden-Noisestadt

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Wellen und Zweifische

Besitz: Heimatmuseum Lassan
Urweberrecht: Rudolf Stundl
Hersteller: Ann Fertigung
Jahr:
Maße:

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