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Posts Tagged ‘Rudolf Stundl’

Neubrandenburger Eichhörnchenteppich

Die Teppichkante an der Waterkant

Im jüngsten Blogeintrag habe ich meine Leser auf einen Neuzugang im Wolgaster Museum Kaffeemühle hingewiesen. Eine Familie aus Neubrandenburg hatte die Fischerteppich-Sammlung des Hauses um ein wertvolles Stück bereichert. Ein 2 x 3 Meter großer Eichhörnchenteppich ist es, der größte überhaupt in der Kaffeemühle, allerdings nicht der einzige mit Eichhörnchenmuster, wie die Museumschefin Barbara Roggow spontan vermutete, denn auf dem Handwerkerboden gibt es noch den hier.

Das Waldornament in Reinkultur als Tapete

Das Waldornament in Reinkultur als Tapete

In dieser Woche weilte ich nun im schönen Hanse- und Rungestädtchen Wolgast und konnte mir im Rahmen der Sonderausstellung “80 Jahre Freester Fischerteppiche” unter anderem auch den Eichhörnchenteppich anschauen. Ich muss sagen, ich war völlig von der Rolle und aus dem Häuschen! Leider ist meine Digitalkamera eine bescheidene Knipse, die nur einen unzureichenden Eindruck von der Größe und der Farbigkeit des Eichhörnchenteppichs vermitteln kann, aber immerhin. Darum gibt es an dieser Stelle ausnahmsweise drei Bilder von unserem dunkelblonden Fotomodell ;-)

Der Eichhörnchenteppich in seiner ganzen Pracht

Der Eichhörnchenteppich in seiner ganzen Pracht

Die Ausstellung (nur noch bis zum 31. März 2009) an sich ist auch sehr lohnenswert. So gibt es beispielsweise den Dankesteppich von 1929, den Koggeteppich von 1930 und viele bemerkenswert schöne Teppichzeichnungen zu sehen. Auch Webarbeiten von Frida Pietschmann, der Ehefrau Rudolf Stundls, sind zu sehen. Kleiner Kritikpunkt: Korrekterweise müsste die Ausstellung “80 Jahre Pommersche Fischerteppiche” heißen, denn die andere Bezeichnung stammt aus einer Zeit, als der Name Pommern verpönt war. Diese Tatsache sollte man nicht so einfach unter den Teppich kehren.

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit!

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Wolgaster Fischernetz © 2009 Fiete Fischer

Wolgaster Fischernetz © 2009 Fiete Fischer

Barbara Roggow ist sichtlich guter Stimmung, wie dieses Video zeigt (Link). Die Museumsleiterin der Wolgaster Kaffeemühle hat jüngst eine Schenkung bekommen, die ihresgleichen sucht. Eine Familie aus Neubrandenburg (Name im Film nicht verständlich) hat sich von ihrem antiken Fischerteppich getrennt und ihn dem Museum in Wolgast übergeben. Mit 2 x 3 Metern ist dieser bisher als Bodenbelag genutzte Fischerteppich der größte in der umfangreichen Sammlung. Nun steht die Frage im Raum, wie und wo bringt man den gigantischen Eichhörnchenteppich in der Dauerausstellung unter?

Vorerst können interessierte Museumsbesucher diesen und weitere antike Fischerteppiche in der aktuellen Sonderausstellung „80 Jahre Freester Fischerteppiche“ bewundern. Darunter befindet sich auch der berühmte Dankesteppich von 1929. Doch Beeilung, die Ausstellung endet in einer Woche! Dann gehen viele Teppiche wieder zurück an ihre jeweiligen Besitzer oder ins Archiv.

Die Wolgaster Kaffeemühle verfügt derzeit über einen Bestand von rund 50 Fischerteppichen. Eine Schenkung von 32 Teppichen im Jahre 1980 bildet den Grundstock der vermutlich größten Fischerteppich-Sammlung der Welt. Die Schenkung stammt aus dem Besitz des „Vaters der Fischerteppiche“, Rudolf Stundl. Leider fand sich noch bis Ende Oktober 2008 kein einziger Hinweis auf die Fischerteppiche auf der Museums-Homepage. Die seiteneigene Suchmaschine zeigte bei dem Stichwort „Fischerteppich“ 0 Treffer. Das hat sich zum Glück mittlerweile geändert.

Geschenkt: Da in diesem Eintrag so viel vom Schenken die Rede war, sollen nun auch unsere Leser auf ihre Kosten kommen. Der sagenhafte Fietje Fischer hat uns aus einem Fischerteppich-Sample einen schönen Desktop-Hintergrund gebastelt (siehe oben). Den können unsere Leser gern auf ihrem privaten Rechner speichern und als Hintergrund verwenden (Ausrichtung: nebeneinander).

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Schwedenkogge zu Rudolf Stundls 90. Geburtstag

Schwedenkogge zu Rudolf Stundls 90. Geburtstag

Greifswald. Die teilverstaatlichte Commerzbank präsentiert seit Anfang Januar 2009 eine Mini-Ausstellung mit Freester Fischerteppichen in ihren Greifswalder Räumlichkeiten. Anlass dürfte der 80. Geburtstag der Pommerschen Ostseeteppiche sein, denn 1928 begründete der Wiener Tapisserist Rudolf Stundl diese Volkskunst ohne historische Vorbilder.

Angeregt wurde die Ausstellung vom Fischerteppich-Experten Dr. Kurt Feltkamp, der selbst einige Exponate zur Verfügung gestellt hat, zum Beispiel den abgebildeten Sitzteppich, der die beiden Ursprungsorte Freest und Lubmin sowie das Gründungsjahr nennt. Die Zusammenarbeit mit der Commerzbank hat schon eine gewisse Tradition, denn bereits 1992 hatte Kurt Feltkamp in der Greifswalder Filiale eine Ausstellung mit Fischerteppichen organisiert. Damaliges Ziel sei es gewesen, neue Aufträge zu generieren, um die Teppichknüpferei in die bundesdeutsche Marktwirtschaft zu überführen.

Wie der Ostsee-Zeitung (OZ) vom 2. Januar 2009 zu entnehmen ist, denkt die Greifswalder Universität Ernst Moritz Arndt über eine Wiederbelebung des von Rudolf Stundl gestifteten Textilpreises nach. Der Unipressesprecher Jan Meßerschmidt meinte auf Nachfrage der OZ, dass der seit vielen Jahren nicht mehr verliehene Preis für Textilgestaltung nun wieder vergeben werden soll.

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Stundentafel Gützkower Str. 84, Greifswald

Stundentafel Gützkower Str. 84, Greifswald

Euer ergebener Teppichfischer Alex Zander weilte das Wochenende über erneut in Ostvorpommern, um sich an der romantischen Landschaft zu erfreuen und natürlich um neue, bisher unbekannte Fischerteppiche aufzustöbern. Ein Besuch in der Hansestadt Greifswald führte mich in die Gützkower Straße 84, wo sich einst die Geschäftsstelle der „Pommerschen Fischer-Teppich-Heimknüpferei“ befand und Rudolf Stundl mit seiner Ehefrau Frida Pietschmann-Stundl wohnte. Rudolf Stundl gilt als der Pate aller Fischerteppiche, denn auf seine gestalterischen Fähigkeiten gehen neunzig Prozent der Teppichornamente zurück. Neuerdings weist eine Gedenktafel auf den rührigen Hausbewohner hin.

Im Haus wohnt auch heute ein Kenner der Vorpommerschen Ostseeteppiche – Dr. Kurt Feltkamp – mit seiner Frau, dem ich einige wertvolle Hinweise in Sachen Fischerteppiche verdanke. Auch durfte ich mehrere sehr schöne bzw. sehr alte „Ostseeperser“ sehen und fotografieren. Doch dazu demnächst mehr auf diesen Seiten.

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„Wi knüppen un wäben“

von R. Stundl / G. Häußler

1.
Wi knüppen un wäben
en Teppich för’t Leben.
Wull is all in dei Krien,
uns‘ Vadding sall schniedn.

Wenn ick sall schniedn,
schnied ick witt,
schnied ick rot,
schnied ick schwart –
bunt mak ick em liedn.

Dei Möw up dei See
is witt, as dei Schnee.
Up teerschwarten Pott
dei Sägel sün rot.

2.
Wi knüppen un wäben
en Teppich för’t Leben.
Wull is all in dei Krien,
uns‘ Mudding sall schniedn.

Wenn ick sall schniedn,
schnied ick brun,
schnied ick rot,
schnied ick gäl –
bunt mak ick em liedn.

Dei Blääre warn brun,
gäl riept dat Kurn.
Dei Abend is rot,
leiwe Gott giw uns Brot.

3.
Wi knüppen un wäben
en Teppich för’t Leben.
Wull is all in dei Krien,
uns‘ Broiding sall schniedn.

Wenn ick sall schniedn,
schnied ick rot,
schnied ick gäl,
schnied ick blau –
bunt mak ick em liedn.

Een lütten roten Mund
un Hoor dei sün blond,
blagögite Dirn,
dei hew ick so giern.


Disclaimer: Diesen Liedtext habe ich im guten Glauben auf die Betonung des Volksliedcharakters widergegeben. Sollte ich trotz der weiten Verbreitung des Textes bestehende Urheberrechte (Copyright) verletzt haben, bitte ich darum, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Dann entferne ich diese Seite unverzüglich aus dem Logbuch.

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Der Greifswalder Landrat Werner Kogge kam 1928 auf die außergewöhnliche Idee mit den Fischerteppichen. Darum bedankten sich die ersten Fischer-Teppich-Knüpfer im Jahr darauf beim Landrat mit einem ganz besonderen Geschenk: einem Dankesteppich. Dieser enthielt im Umlauf die Grußadresse

„DIE FISCHER VON FREEST HERRN LANDRAT KOGGE“,

im Zentrum die Jahreszahl 1929 und in der Bordüre die Namen der 34 beteiligten Teppichknüpfer – darunter nur eine Frau! Das Geschlechterverhältnis unter den Teppichknüpfern sollte sich in den folgenden Jahren komplett ins Gegenteil verkehren, denn statt der Fischer knüpften späterhin fast ausschließlich Frauen. Hier nun die Namen aller 34 beteiligten Teppichknüpfer in alphabetischer Reihenfolge entsprechend des Familiennamens:

Richard Bening – Robert Beuge – Georg Beuge – Karl Dannenfeld – Ernst Dinse – Otto Dinse – Paul Dinse – Richard Dinse – Johann Giermann – Fridrich Herman – Richard Herman – Johan Hermann – Johan Holz – Otto Holz – Karl Lenz – Albert Lettow – Ernfrid Lettow – Ernst Lettow – Otto Lindemann – Hans Lüder – Willi Möhl – Robert Molle – Jorn Roggow – Robert Roggow – Johan Sass – Hermann Schmure – Rudolf Schüler – Erich Thurow – Willi Thurow – Ernst Witt – Herman Witt – Luise Witt – Ernst Wunderwald – Reinhold Wunderwald.

Dankesteppich von 1929

Der Dankesteppich von 1929 mit den 34 Namen

Im Anschluss einige Namen von Fischer-Teppich-Knüpfern der zweiten, dritten und vierten Generation, die ausschließlich weiblich sind (Aufzählung selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit und in alphabetischer Abfolge):

Emma Bartels – Anna Beuge – Gretlies Brauns – Erika Busch – Trude Dinse – Gisela Flachsmeyer – Emma Giermann – Helga Grabow – Angelika Mengelkamp – Familie Pagenkopf – Frida Pietschmann – Hannelore Rosenthal – Renate Rosenthal – Ruth Wiska – Herta Witt – Gisela Zeidler – Brigitte Zimmermann

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2008 feiern die Fischerteppiche ihren 80. Geburtstag, denn 1928 wurde die Idee zu dieser Nebenbeschäftigung für die Freester Fischer geboren. Aus diesem Grund wandert eine Ausstellung unter dem Slogan „Wi knüppen un wäben en Teppich för’t Leben“ durch Vorpommern. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte am 21. Juli 2008 – natürlich! – in der Freester Heimatstube und wird dort bis zum 21. August zu sehen sein.

Eingangstor zur Heimatstube in Freest
Eingangstor zur Heimatstube in Freest

Weitere Termine im Anschluss sind:
– 25. August – 25. September 2008 in Mölschow: Alte Gutsanlage
– 31. Oktober – 1. Dezember 2008 in Anklam: Steintor
– 6. Dezember – 12. Januar 2009 in Zinnowitz: Hotel Baltic
– 17. Januar – 14. Februar 2009 in Lubmin: Seebadzentrum

Und zum Nachtisch: Anlässlich einer bereits zurückliegenden Ausstellung in Greifswald (13. März – 30. April 2008) zum 110. Geburtstag des „Paten der Fischerteppiche“ Rudolf Stundl erschien ein schicker und sehr informativer Ausstellungskatalog. Der Katalog wurde von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität herausgegeben, denn diese verwaltet den künstlerischen Nachlass Stundls, darunter eben auch 23 Fischerteppiche.

Der Katalog des Autorenduos Birgit Dahlenburg und Kurt Feltkamp heißt Freester Fischerteppiche der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Das quadratische Büchlein hat 70 Seiten und verfügt über einen sehr schönen Bildteil mit farbigen Knüpf- und Webarbeiten von Rudolf Stundl und seiner Frau Frida Stundl-Pietschmann. Der Katalog kann über den traditionellen Buchhandel bezogen werden und kostete mich 6,90 Euro.

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